Stetten / Wien

Die Gemeinde Stetten/Wien

1187 ist Hugo von Stetin Zeuge, als die 3 Söhne Wernhard, Poppo und Bruno von Pusinberch (Bisamberg) zum Seelenheil ihres Vaters dem Stift Klosterneuburg 3 Lehen und einen Erbhof übergeben. Dies war die erste gesicherte Nennung des Ortes „Stetin".

Auf dem Ganserfeld zwischen Korneuburg und Stetten beschloss König Ottokar 1276, Rudolf von Habsburgais Deutschen König anzuerkennen. Dieser übte über die Pfarrei Leobendorf und auch über Stetten das landesfürstliche Patronat aus. Im 14. Jahrhundert wurde Stetten nicht von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont. Von der ersten Türkengefahr 1529 blieb Stetten verschont, nicht aber vom gegen die Türken aufgebotenen Reichsherr, für das Verpflegung und Quartier bereitgestellt werden mu(3ten. Im 17. Jahrhundert prägten der 30jährige Krieg, die Pest und der zweite Türkeneinfall die Geschichte von Stetten. Nach dieser schweren Zeit versuchte man einen neuen Anfang. Stetten erhielt 1685 sein eigenes Dorfrecht. Auch im 18. Jahrhundert wütete die Pest in Stetten, von dem großen Leid der Weltgeschichte blieb Stetten in dieser Zeit aber weitgehend verschont. 1809 ging als das Jahr der Franzosenkriege in die österreichische Geschichte ein. Auch im Raum Stetten/Korneuburg kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Viele Stettener flüchteten in die umliegenden Wälder und in einschichtige Orte. Die Zeit nach dem Wiener Kongreß brachte für Stetten wirtschaftlichen Aufschwung, da mit Lebensmitteln und Wein hohe Preise erzielbar waren. Josef von Eichendorff schrieb aus dieser Zeit: ..Vor 12 Uhr kamen wir auf die letzte Höhe über Stetten, wo die prächtige Aussicht auf das Donaugebirge und unten auf Seebarn schimmern sahen, staubten wir uns geschwind ab und eilten quer über Feld zur Allee, wo wir die Fürstin von Seebarn fanden." Die Wirren von 1848 betrafen Stetten nicht wesentlich, die darauf folgende neue Reichsverfassung führte aber dazu, dass Stetten selbständig wurde. 1850 fand die Wahl des ersten Bürgermeisters statt. Der Krieg zwischen Österreich und Preupen sowie eine Choleraepidemie waren schwere Prüfungen für die Bevölkerung Stettens. Ende des 19. Jahrhunderts waren friedliche Zeiten für Stetten, man ging wieder der täglichen Arbeit nach und verzeichnete die Ereignisse in der kleinen Welt.

1904 wurde die neue Kirche feierlich eröffnet, im gleichen Jahr auch die Landesbahn, für deren Errichtung Stetten freiwillig 40.000 Kronen aus der Gemeindekasse zur Verfügung stellte. Die Wirren des l. Weltkrieges gingen auch an Stetten nicht vorbei, 26 Männer kehrten von der Front nicht zurück. 1926 wurde Stetten erstmals elektrisch beleuchtet, 1930 wurde von den Schulbrüdern eine Hauptschule in Stetten eröffnet. Der 2. Weltkrieg war auch für die Stettener Bevölkerung eine schwere Zeit, auch von Luftangriffen war Stetten nicht verschont. Über 60 Männer mussten den Krieg mit dem Leben bezahlen. Am 16. April zogen die Russen in Stetten ein. Die Zeit nach dem Krieg brachte auch für Stetten einen Wiederaufbau. Kläranlage, Kanalisation, Elektrifizierung und gesicherte Wasserversorgung sind nur einige Projekte aus dieser Zeit. In den letzten Jahrzehnten war auch in Stetten eine Wandlung vom rein bäuerlichen Dorf zu einer Bevölkerungsstruktur festzustellen, in der fast alle Berufsgruppen vertreten sind. Durch die Nähe zu Wien ist der Pendleranteil relativ hoch. Derzeit hat Stetten 912 hauptgemeldete und 68 zweitgemeldete Einwohner. Neben einer Zahl von Gewerbebetrieben ist der größte Arbeitgeber in der Gemeinde das Umspannwerk der Verbundgesellschaft, welches ein wichtiges Standbein für die Versorgung der Stadt Wien mit elektrischer Energie darstellt. Nach wie vor ist Stetten auch ein bekannter Weinort - die Weingärten und Heurigenschenken sind ein beliebtes Ausflugsziel. Aber auch die Wanderwege in Stetten selbst sowie die durch Stetten führenden Weitwanderwege führen viele Besucher nach Stetten. Stetten versucht sein Ortsbild behutsam dem seinerzeitigen Weinviertier Dorfcharakter wieder anzupassen und nimmt zu diesem Zweck auch an der Aktion ,,Dorferneuerung in Niederösterreich" teil, als weitere Maßnahmen zum Umweltschutz und für ein ansprechendes Ortsbild sind die Verkabelung der Telefon- und Stromleitungen, der Ausbau der Kanalisation, die Einführung der Gasversorgung sowie die Konzepte für die Angergestaltung zu erwähnen. Für die Zukunft sind die Probleme der Wohnraumbeschaffung für die lugend. Die Weiterführung der Dorferneuerung, die Verkehrsberuhigung im Ort und verbesserte Sozialbedingungen Schwerpunkte der Gemeinde.

Stetten ist ein alter Weinort. Bereits im 13. Jahrhundert wurde in einer Chronik vermerkt, dass „Gstetten" den Zehnt von 18 Weingärten abliefern musste. 1685 wurde festgehalten, da(3 nur jene Weine ausschenken dürfen, die hier ansässig sind. Die Tradition setzt sich bis in die heutige Zeit fort. Weinkeller und Presshäuser befinden sich um den Kirchenberg, am Kellerweg, in der Hundsleiten und in der Neubergstraße. Der Heurigenbetrieb entwickelte sich bereits am Anfang unseres Jahrhunderts. Man stellte Tische und Bänke vor die Kellertüre und schuf so die familiäre Atmosphäre, für die Stetten auch in der heutigen Zeit über die Umgebung hinaus bekannt ist. Seit 1981 findet jedes Jahr der ,,Tag des Stettener Weines" statt, ein Ereignis, bei dem Stetten voll von Heurigenbesuchern ist, die die Gelegenheit nutzen, Weinproben aus allen Stettener Kellern zu verkosten. Das stete Bemühen der Heurigenlokale um Verbesserung der Qualität ihrer Lokale trägt Früchte - die familiäre, originale Atmosphäre, der schöne Platz der Gärten direkt in den Weingärten und nicht zuletzt die angebotenen Weine und selbstgemachten Speisen haben dazu geführt, da|3 jeder, der einmal da war, auch gerne wieder kommt.

Der Verein SV Stetten

Gegründet 1933 als Fußballclub, kein Spielbetrieb während des Krieges, ab 1946 Meisterschaftsspiele mit wechselnden Erfolgen (Meister 1946/47). Aufstieg in die Unterliga (1994), derzeit an 3. Stelle von 14 Vereinen. In Niederösterreich gibt es 7 Leistungsstufen, die Unterliga ist die 4. Stufe. Der Verein nimmt derzeit mit der Kampfmannschaft, Reservemannschaft und l Nachwuchsmannschaft an der Meisterschaft teil. Der Verein hat ca. 140 Mitglieder, l Abteilung Fußball.


Unser Stetten-Stetten Turnier    Gästebuch

Erstellt am 15.7.1999 - Copyright © by Dieter Binder - Letzte Aktualisierung 18.10.2008